Portrait

Waldemar „Waldi“ Hartmann – das bayerische Urgestein der ARD

Waldemar Hartmann wurde am 10.03.1948 in Nürnberg geboren. Mit 17 Jahren verließ er das Gymnasium mit der Mittleren Reife, um in Augsburg als Discjockey einen völlig neuen Weg einzuschlagen.

Mit 23 Jahren machte er sich dann als Inhaber der Studentenkneipe „Waldis Club“ selbständig. Seine Kontakte zum Journalismus entstanden an der Theke, wie so vieles in seinem Leben am Kommunikationsort Nr. 1 auf den Weg gebracht wurde.

Nach einem Volontariat bei der „Schwäbischen Neue Presse“ und anschließender freier Mitarbeit bei der „Augsburger Allgemeinen“ holte ihn der Bayerische Rundfunk als ständigen freien Mitarbeiter nach München. Beim Hörfunk moderierte er von Regionalsendungen bis zum journalistischen Vorzeigemagazin „Zeitfunk“ anfangs vor allem Sendungen aus dem Bereich „Politik- und Tagesgeschehen“ wie das „B3-Morgentelegramm“ oder das „Bayernmagazin“.

Als das Bayerische Fernsehen 1979 mit der „Rundschau“ eine eigenständige Nachrichtensendung einführte, gehörte Waldemar Hartmann zu den Moderatoren der ersten Stunde. Dabei waren auch Günther Jauch, Sigmund Gottlieb oder Eva Herman. Mitte der achtziger Jahre überredete ihn der damalige Sportchef des BR, Eberhard Stanjek, dem Ruf des Herzens zu folgen und zum Sport zu wechseln. 1985 moderierte Waldemar Hartmann zum ersten Mal die mittlerweile zum Kult gewordene Sendung „Blickpunkt Sport“.

Nach einem kurzen Ausflug als Chefredakteur zu „tv weiß-blau“ in München, holte ihn der damalige BR-Fernsehdirektor Wolf Feller zurück zum BR und sorgte für den Anfang einer ständigen Tätigkeit bei der ARD.

1990 war Waldemar Hartmann Anchorman der mittäglichen ARD-Sendung von der Fußball-Weltmeisterschaft in Italien. Vier Jahre später war er neben Heribert Fassbender Gastgeber im Olympiastudio der ARD bei den olympischen Winterspielen in Lillehammer. Die Bild-Zeitung kürte ihn mit einer „Goldmedaille“ als „König im Studio“.

Moderationen bei Großereignissen waren fortan fester Bestandteil des ARD-Programms. Bei neun Olympischen Spielen, fünf Fußball-Weltmeisterschaften und zahlreichen anderen Großereignissen wie der Biathlon- oder der Alpinski-Weltmeisterschaft stand Waldemar Hartmann in der ersten Reihe beim Ersten.

Von 1992 bis 1998 führte er als Redaktionsleiter die Sportredaktion TV des Bayerischen Rundfunks. Vom Schreibtisch zog er sich zurück, um Zeit für zusätzliche Sendungen zu haben.

In fünfzig Ausgaben entlockte er dem „Who is who“ des deutschen Sports (von Franziska van Almsick über Franz Beckenbauer bis hin zu Fritz Walter) in der Sendung „Augenblicke“ mehr, als diese eigentlich von sich preisgeben wollten. Acht Jahre lang war er erfolgreicher Bürgeranwalt in der BR-Sendung „Ohne Gewähr“.

Neuen Boden betrat „Waldi“ dann 2006 bei den Olympischen Spielen in Turin. Mit Harald Schmidt bildete er bei „Waldi und Harry“ ein neues Format im Sport. Der überaus hohe Quotenerfolg führte dazu, dass sich die Verantwortlichen der ARD entschlossen, den „Langen“ und den „Dicken“ auch bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking wieder ins Rennen zu schicken.

Bei der Fußball-WM 2010 in Südafrika wurde das Format „Waldis WM-Club“ fortgesetzt, das bei der WM 2006 in Deutschland alle Quotengrenzen sprengte. Waldemar Hartmann versteht es dabei, zu später Stunde ein breites Publikum in lockerer Stammtisch-Atmosphäre vor dem Fernsehgerät zu versammeln. Paul Breitner und Hansi  Müller gehören ebenso zu den Stammgästen wie Atze Schröder, Django Asül oder Matze Knop, der „wahre Kaiser“.

Wegen des großen Erfolgs hat die ARD „Waldis Club“ mittlerweile bis zur EM 2012 verlängert. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky: „Waldi ist mit seiner Mischung aus Humor, Sachverstand und Analyse von unseren Zuschauern sehr gut angenommen worden.”

Seit 2000 moderiert Waldemar Hartmann auch „Boxen im Ersten“, zu dem im September 2007 Henry Maske als Experte hinzu stieß.

2009 wagte Waldi erstmals den Schritt auf die Bühne. Im Liveprogramm „Born to be Waldi“ plaudert er aus seinen „30 Jahren in der TV-Anstalt“, erzählt die Anekdoten und Geschichten, „die ich im Fernsehen bisher immer für mich behalten musste“.

Parallel dazu ist im Heyne-Verlag das Buch „Born to be Waldi“ erschienen.

Waldis Galerie

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